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Kunstsparten / Kunstsparten / / Almyra Weigel /


Info
Hier geht es direkt zur Querverweis auf... Objektkunst und zur Vita von bAlmyra Weigel/b !


Almyra Weigels Arbeit ist, wie ein Blick auf ihren Lebenslauf zeigt, untrennbar mit der Stadt Kaunas verbunden, deren Textilkunst-Szene hier kurz vorgestellt werden soll:
In Kaunas, der zweitgrößten Stadt Litauens, werden seit 1997 internationale Textilbiennalen veranstaltet, an denen Künstler aus verschiedensten Ländern teilnehmen, dabei Ideen und Erfahrungen austauschen und deren Ausstellungen sich bei der Stadtbevölkerung einer außerordentlichen Beliebtheit erfreuen.
Die Werke, insbesondere die Objektkunst Almyra Weigels und ihrer Kolleginnen und Kollegen stehen für die Entwicklung der litauischen Textilkunst in den neunziger und in den letzten Jahren.
Während sich in der letzten Zeit die Textilkunst in Westeuropa und im skandinavischen Raum als Teil des zeitgenössischen Raumdesigns etabliert hat, dominieren in der litauischen Textilkunst seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht die utilitären, sondern die konzeptuellen Tendenzen.
Die Textilkünstler in Litauen haben sich für ihre Kunst die charakteristische Sprache der Objekte, Installationen, Performances zu eigen gemacht.
Sie haben die ziemlich geschlossene Sphäre des „reinen Genre“ verlassen, sich von der Einstellung der Textilkunst als angewandter Kunst mit ihren begrenzten Möglichkeiten gelöst und die Grenzen der Ausdrucksmöglichkeiten in der Textilkunst erweitert.
So werden die Ausdrucksmöglichkeiten der anderen Künste wie zum Beispiel Fotografie und Bildhauerei genutzt; neue Materialien und Techniken, die früher als nicht „textilfähig“ galten, finden nun Anwendung.
Und gleichzeitig hat die litauische Textilkunst nie aufgehört, sich für die Ausdruckssprache der archaischen und traditionellen Techniken und Materialien zu begeistern.
Neben Stickerei und klassischer Gobelin-Technik gibt es neue Techniken zu sehen, die sich auch moderner Technologie bedienen – und manchmal sogar in ein und demselben Kunstwerk.
Hinzu kommen die zahlreichen, ganz persönlichen Techniken der Künstler.
Zu den traditionellen Naturgarnen Wolle und Leinen gesellen sich in den Tapisserien auch Synthetikgarne, organische Materialien oder Menschenhaare.
In Installationen, dreidimensionalen Werken und Textilplastiken werden natürliche und synthetische Materialien aller Art, Metalle und sogar Lebensmittel verwendet.
Diese Vielfalt, besser gesagt dieses Miteinander (oder vielleicht gegeneinander ?) von traditionell und neu, von archaisch und modern, von organisch und synthetisch ist in Wirklichkeit nichts weniger als das Wechselspiel von Archetypus und radikaler Ablehnung des Archetypus. Die Schönheit ist zweifellos da, aber indem sie stets auf ihre Entstehung und ihren Ursprung verweist, hinterfragt sie sich oder stellt vielleicht sogar ihre eigene Existenz in Zweifel.
Thomas Weigel

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Junge Textilkunst aus Litauen in Ryga. A.Weigel: Beine hoch! 2005.
Kontakt: almyra27@hotmail.com

von:A.Weigel
online seit 24.02.2006
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