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Kunstsparten / Kunstsparten / Fotografie / Mira Bergmüller /


Fotoinszenierung
... ein Text von Matthias Blumhagen, Leiter der Fotowerkstatt, Hochschule der Bildenden Künste Dresden


»Spiel mit Wirklichkeiten«
Grossansicht
Krippe farbe, 20X30cm, Papierabzug von KBNegativ
Nur schillerndes Spiel mit Worten, Lust an der begrifflichen Widersprüchlichkeit? Oder kann diese Überschrift zur Werkstattwoche Photographie und Inszenierung etwa doch hinweisen auf den schmalen Grat, der Dokumentation von Täuschung trennt?
Denn was ist mit dem Spiel, wo doch der Photograph nie Anderes als das vorm Objektiv vorhandene, bestenfalls in glücklicher Fügung des Moments aufgespürte, aufs Bild fixieren kann? Und welche Wirklichkeit kann in Mehrzahl dasein, außer der inneren, subjektiv empfundenen im Einzelnen – dem photographischen Zugriff immer unzugänglich?
Von Anfang an hat es die Photographen gereizt, mehr zu sein als nur Dokumentaristen des Augenblicks, Interpreten des Wirklichen; nicht nur das Bild im Sucher ordnen und beeinflussen zu können, sondern auch die Erscheinung vorm Objektiv. Wie läßt sich ein Bild photographieren, das imaginär ist und dies auch bleiben soll? Kann überhaupt der Photograph vom Interpreten zum Komponisten werden – um im musikalischen Bild zu bleiben?
Inszenierte Photographie soll also nicht Wirklichkeit wiedergeben, sondern Wirklichkeit schaffen, wie sich Paul Klees Ausspruch in den hier so widersprüchlichen Anspruch wandeln ließe. Das ist leichter gesagt als verwirklicht: denn es genügt nicht, die Neue Wirklichkeit vor der Kamera aufzubauen – sie dann aber wieder nur kreuzbrav dokumentierend festzuhalten.

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von:M.Bergmueller
online seit 28.02.2005
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